Kurzfassung: Für „reglementierte Berufe“ wie Arzt, Pflegefachkraft, Lehrer oder in einigen Bundesländern Ingenieur ist die Anerkennung Ihres Abschlusses zwingend erforderlich. Für viele andere Berufe ist sie nicht verpflichtend, verbessert aber Ihre Einstellungschancen. Die wichtigste Informationsquelle ist das offizielle Portal „Anerkennung in Deutschland“.
Zuerst: Ist Ihr Beruf reglementiert?
Auf dem Portal anerkennung-in-deutschland.de können Sie Ihren Beruf suchen und sehen, ob er eine Anerkennung erfordert und welche Behörde (zuständige Stelle) dafür zuständig ist; diese unterscheidet sich je nach Beruf und Bundesland (zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer IHK, die Handwerkskammer oder Landesbehörden für Ärzte).
Übliche Unterlagen
Reisepass, Abschlusszeugnis und Notenübersicht, Arbeitsnachweise, Lebenslauf, Sprachzertifikat sowie eine amtliche Übersetzung der Dokumente durch einen beeidigten Übersetzer. Manchmal werden auch eine amtliche Beglaubigung (Stempel des Justiz-/Außenministeriums) und weitere Unterlagen verlangt.
Das Ergebnis der Prüfung
Das Ergebnis kann „voll gleichwertig“, „teilweise gleichwertig“ oder „nicht gleichwertig“ lauten. Bei Unterschieden werden Ausgleichsmaßnahmen wie ein Anpassungslehrgang oder eine Eignungs- bzw. Kenntnisprüfung festgelegt. Die Kosten liegen meist zwischen einigen zehn und einigen hundert Euro und variieren je nach Behörde.
Hilfe und Beratung
Das Beratungstelefon „Arbeiten und Leben in Deutschland“ berät in mehreren Sprachen, und auch die Beratungsstellen des IQ Netzwerks helfen kostenlos. Für Ärzte ist das Landesprüfungsamt des jeweiligen Bundeslandes für die Approbation zuständig.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es?
Gesetzlich muss die Behörde nach Vorliegen der vollständigen Unterlagen innerhalb von etwa drei Monaten entscheiden, in der Praxis variieren die Zeiten jedoch.
Kann ich aus dem Ausland einen Antrag stellen?
Ja, ein Antrag vor der Einreise ist ebenfalls möglich und für ein Arbeitsvisum hilfreich.
Quellen: anerkennung-in-deutschland.de. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechts- oder Steuerberatung; Regeln und Beträge ändern sich, prüfen Sie daher vor jedem Schritt bei der zuständigen Behörde.
