Zusammenfassung: Als Asylsuchender haben Sie es mit kurzen Fristen, amtlichen Schreiben und schwierigen Entscheidungen zu tun. Zum Glück gibt es in Deutschland kostenlose, unabhängige Beratung. Hier erfahren Sie, wohin Sie sich wenden, wie Sie einen Rechtsanwalt finden und wo es psychologische Hilfe gibt. Beachten Sie: Die kostenlose Beratung des BAMF beurteilt Ihren Einzelfall nicht; Sie brauchen eine unabhängige Beratung.
Unabhängige Asylverfahrensberatung
- Beratungsstellen von Caritas, Diakonie, AWO und DRK: In den meisten Städten bieten sie Asylsuchenden kostenlose Beratung an.
- Landesflüchtlingsräte und PRO ASYL: Informationen sowie Listen von Beratungsstellen und Rechtsanwälten.
- Studentische Rechtsberatungen (Refugee Law Clinics): kostenlose Beratung in manchen Universitätsstädten.
- BAMF: Lokale Beratungsstellen finden Sie über BAMF-Navi und die Telefonnummern der Abteilungen; die individuelle Fallbeurteilung gehört jedoch nicht zu ihren Aufgaben.
Wie finde ich einen Rechtsanwalt?
- Suchen Sie einen Rechtsanwalt mit Spezialisierung auf Aufenthalts- und Asylrecht (Fachanwalt für Migrationsrecht).
- Für eine Klage können Sie bei hinreichender Erfolgsaussicht und geringem Einkommen Prozesskostenhilfe erhalten; garantiert ist das nicht. Klären Sie die Kosten vorab.
- Hüten Sie sich vor Betrügern: Niemand kann „Asyl garantieren“, und Sie dürfen niemals Geld für die „Bestechung“ eines Beamten oder ein „selbstgemachtes Dokument“ zahlen. Nutzen Sie nur einen zugelassenen Rechtsanwalt mit Vertrag und Quittung.
Dolmetscher
Bei der BAMF-Anhörung ist der Dolmetscher kostenlos. Wenn es ein Problem mit dem Dolmetscher oder der Übersetzung gibt, sagen Sie es sofort. Für Treffen mit einem Rechtsanwalt nutzen Sie einen amtlichen Dolmetscher oder eine begleitende Beratung.
Psychologische und therapeutische Hilfe
- Psychosoziale Zentren für Flüchtlinge und Folterüberlebende in mehreren Städten.
- Der Notruf 112 und eine Krisenhotline für Krisensituationen; 116117 für nicht dringende Leistungen nachts und am Wochenende.
- Wenn Sie psychisch belastet sind oder gefoltert wurden, kann ein Attest eines Arztes bzw. Psychotherapeuten für das Verfahren wichtig sein; stimmen Sie sich mit Ihrer Beratung ab.
Was sollten Sie mitbringen?
- Alle Briefe und Verfahrensunterlagen sowie Ankunftsnachweis oder Aufenthaltsgestattung.
- Wichtige Daten und Orte auf einem Blatt.
- Unterlagen und Fotos, die Ihre Geschichte belegen.
Zur Erinnerung
Melden Sie jede Adressänderung, öffnen Sie Ihre Briefe und nehmen Sie Fristen ernst. Schritte: Asylverfahren und Vorbereitung auf die Anhörung. Für Lebensdokumente: Dokumenten-Checkliste.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Das Asylrecht ändert sich, und jeder Fall hat seine Besonderheiten; sprechen Sie für Ihre eigene Situation mit einer unabhängigen Beratung oder einem Rechtsanwalt. Letzte Prüfung: Oktober 2026.
